Do. Say. Confirm. – Integrated Marketing Event

„Do. Say. Confirm. Die drei Schlagwörter des Integrierten Marketings.“ Ich sitze hier zwischen lauter Anzugträgern und ein paar anderen Studenten. Hier, das ist der Hörsaal der PFH in Göttingen. Was mich, als Fernstudentin, hierher zieht ist der 6. Göttinger Marketingtag. Und da vorne steht Prof. Dr. Riekhof, der ihn einleitet. Der Göttinger Marketingtag bildet ein Forum für Marketingexperten aus der Praxis und bietet eine Plattform für interessante Vorträge und den gemeinsamen Austausch. Den diesjährigen Themenschwerpunkt bildet das Integrierte Marketing. In unserer Zeit voller Wandel, technologischer Umbrüche und Vetrauensverlusten ist es wichtig als Unternehmen Vertrauen beim Kunden zu erwecken. Wie das gelingt berichten sechs Unternehmen und ich bin mir sicher, das ein oder andere ist euch gut bekannt. 🙂

Ich weiß nicht ob euch die Lead-Agentur antoni GmbH etwas sagt, aber Mercedes sollte wohl jeder von euch kennen. 😀 Ja, und antoni ist die Agentur hinter der PKW-Sparte von Mercedes. Geschäftsführer Dr. Toni Kröger eröffnete mit einem Vortrag zum Thema „Marketing und Vertrieb im digitalen Zeitalter – Herausforderung der Digitalisierung für die Markenkommunikation“. Er berichtet, dass das digitale Zeitalter und die perfekte Messbarkeit von Daten, Marketing und Vertrieb vollkommen neue Dimensionen eröffnen. Kröger betont, dass es dennoch wichtig ist als Marke ein anhaltendes und starkes Image aufzubauen, das in der Öffentlichkeit Anziehungskraft auswirkt. Nur so erreicht man, dass es nicht egal ist, für welche Marke oder Produkt sich der Konsument am online POS entscheidet. Die größte Herausforderung dabei sind die immer schnelllebigeren Produktlebenszyklen. Schnelles Handeln und das Erkennen von Chancen sind hier von enormer Bedeutung. „Nicht die Großen fressen die Kleinen, sondern die Schnellen Fressen die Langsamen!“

Die nächste Marke werden wohl die meisten von euch kennen. Ich spreche von der traditionellen Familienmarke Rügenwalder Mühle. Und ich schätze, sie hat sich aus den folgenden Gründen in euren Köpfen festgesetzt: Emotionen, Transparenz und Sympathie. Und wahrscheinlicher ihrer Social Media Strategie. Es ist wirklich schwer bei den vielen guten Vorträgen zu sagen, welcher der beste ist. Aber ich glaube Geschäftsführer Christian Rauffus begeisterte den ganzen Hörsaal mit seinem humorvollen Vortrag zum Thema „Wie sich eine traditionelle Familienmarke in den Social Media durchsetzt“. Er erkannte frühzeitig, dass Online-Marketing die Zukunft ist und nicht nur ein Trend. Rauffus setzt auf Vernetzung mit der Zielgruppe, schaltet Werbekampagnen auf Facebook, Youtube und Co. Es gibt Produktentwicklung gemeinsam mit den Facebook-Fans und er hört zu, was der Konsument will. Kein Mensch braucht Wurstwasser. Warum also nicht ohne?! „Rügenwalder hat´s geschafft, Würstchen gibt´s jetzt ohne Saft!“

Und scheinbar geht es nicht um die Wurst, sondern die Rettung der Welt. Vegetarische Wurst. „Die Welt ist nicht gerettet, wenn es keine Wurstfabriken mehr gibt, aber wir müssen etwas ändern. Für mich geht es nicht um das arme Tier, auch weiß ich nicht, ob vegetarisches Essen wirklich gesünder ist. Aber die Fleischproduktion verbraucht zu viele Ressourcen, das ist unstreitig.“, erklärt Rauffus. Ich bin wirklich beeindruckt. Ein wahnsinnig sympatischer und bodenständiger Referent, hinter einem Unternehmen, dass an die Zukunft denkt und mich durch Emotionen, Sympathie und Transparenz überzeugt. Obwohl ich noch kein einziges der Produkte gegessen habe. 😀

Zumindest die Göttinger unter euch werden die Sartorius AG kennen. Sie haben es vom Underdog zum Marktführer geschafft. Vorstandsmitglied Reinhard Vogt stellte sich und das Unternehmen mit dem Thema „Fokussierung und Differenzierung – der Wegbereiter zum Erfolg“ vor. Er betonte, dass der wichtigste Aspekt der Fokussierung ist, Wachstum aus einer Stärke heraus zu erzeugen. Sartorius fokussierte sich daher auf die biopharmazeutische Industrie. Aus einer Vision von 1998 bauten sie mit den Jahren ein immenses Portfolio in den Sektoren Lab Product & Services und Bioprocess Solution auf. In der Wahrnehmung des Kunden muss Differenzierung entstehen getreu dem Motto “Don’t ask what a customer wants, find out what he needs!“

Für Salesforce referierte Markus Reischl (Regional Vice President Alliances & Channels EMEA Central) zum Thema: „Kunden begeistern“. Das Unternehmen setzt darauf mehrere Clouds in einer zusammenzufassen und von jedem Device an jedem Ort aufrufbar zu gestalten. Aber auch ihre Core Values, die sich aufteilen in Vertrauen, Wachstum, Innovation und Gleichheit sind ihnen wichtig. Auch Spaß an der Arbeit soll im Fokus stehen. All diese Werte setzen sie um. indem sie auch soziale Projekte unterstützen.

Irgendwann funktioniert das Strandfeeling mit Sommer, Sonne, Sonnenschein nicht mehr. Was Barcardi dagegen unternahm, darüber berichtete der ehemalige Marketing-Manager von Bacardi Germany, Thorsten Schwenecke. Die heutigen Werbemaßnahmen erzählen die Geschichte hinter dem Unternehmen und schaffen so eine emotionale Verbindung zur Marke. Die Familie Bacardi überstanden Feuer, die kubanische Krise und das Alkoholverbot in Amerika.


Durch Rebranding von Flaschen, Displays und Werbung verspricht sich Barcardi eine jüngere Zielgruppe anzusprechen. Ein Problem der Marke ist, dass sie keinen so genannten Bar Call mehr hat. Früher rief man dem Barkeeper Cuba Libre mit Bacardi zu, by the way: das Original ist mit Bacardi, heute Cuba Libre mit Havana Club. Das soll sich ändern. Aus Captain-Cola muss Bacardi-Cola werden. Produktdifferenzierungen sollen dafür sorgen, dass für jeden Geschmack etwas dabei ist. „Ziel ist es die unumstrittene Nummer 1 unter den Rummarken zu werden“, erzählte Thorsten Schwenecke. Und immer gilt: „Neue Flasche gleiche unzähmbare Leidenschaft“.

Werbung wie sie nur von Hornbach kommen kann. WAHNSINNIG. MUTIG. EXPERIMENTIERFREUDIG. KLAR. HORNBACH! Dahinter steht die Heimat Werbeagentur GmbH. Geschäftsführer Maik Richter erklärt das Motto hinter der Werbestrategie: „Mit bloßen Händen Großes schaffen!“ – Heimwerkern aus der Seele sprechen und im Kopf sein, wenn ein Projekt ansteht. Zeitlose, überraschende und lustige TV-Spots, die jeder kennt und sich von der Konkurrenz abheben. Gebt mal bei Youtube Hornbach-Werbung ein. Es lohnt sich 😀


Seit Jahren garantiert Hornbach eine Dauertiefpreisstrategie und gibt die Hand drauf. In der Theorie ist es egal wo du deine Bohrmaschine kaufst. Aber Hornbach schafft es, dass es das eben nicht ist. Dass du für DEIN PROJEKT zu Hornbach fährst.

Das zeigt sich auch mit einer Werbekampagne von 2013. Über Facebook sind die Fans von Anfang an dabei. Sie wissen noch nicht worum es geht. Hornbach kauft einen tschechischen Panzer. Und irgendwann wird die Community aufgeklärt. Der Baumarkt verkauft einen Hammer „Geboren aus Panzerstahl. Gemacht für die Ewigkeit“.

Als der Hornbach-Vorstand von den Preisvorstellungen der Werbeagentur hört tippt er sich noch an den Kopf. 50€ für einen Hammer, den man doch sonst schon für 6€ kriegen würde. Sie einigen sich auf den Verkaufspreis von 25€. Innerhalb von 20 Minuten ausverkauft, wurden sie schon am Verkaufstag für etwa 80€ bei ebay gehandelt. Zwischenzeitlich ging der Preis auf über 650€ hoch. Immerhin ist das der männlichste aller Hammer. Was der Vorstand jetzt wohl sagt?

Ich muss schon sagen, ich hab mir echt nicht vorstellen können, dass der Tag so gut wird. Wenn ich mir diese teilweise wirklich unglaublichen Geschichten vergegenwärtige, habe ich wirklich ein riesiges Grinsen im Gesicht. Es war wirklich ein wahnsinnig interessanter und cooler Tag. Einige der Unternehmen sind mir total sympathisch geworden, auch wenn ich nicht zur direkten Zielgruppe gehöre. Anschließend klang der Abend in der Weinhandlung Bremer aus bei Getränken und einem super leckeren italienischen Buffet.

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